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Jugendmusikschule Singen

Zum Abschied eine Uraufführung
Wenn es Abschied nehmen heißt, braucht es ein Abschiedsgeschenk: Orchesterleiter Siegfried Worch hatte seinen Musikern eine besondere Überraschung eingefädelt: Für seinen letzten Auftritt als Dirigent des Blasorchesters der Stadt Singen (BOS) hat er eine Uraufführung arrangiert.
Erstmals erklang Philip Starkes „Trombone Concerto“ mit Cello. Als Solist begeisterte Christoph Theinert. Auch im Weiteren
entwickelte sich das Festkonzert zum Sparke-Festival – insgesamt drei Kompositionen des Worch-Freundes wurden gespielt. Nicht nur vom großen Blasorchester, sondern in einem Fall auch vom
sinfonischen Blasorchester der Jugendmusikschule (SBO).
Nachwuchs begeistert Bereits der Nachwuchs unter Leitung von Martina Bennett überzeugte mit vollem Körpereinsatz und lies nach dem Auftakt mit der Filmmusik aus „Pearl Harbour“ – einem Werk des erfolgreichen Hollywoodkomponisten Hans Zimmer – bei Michael Sweeneys „Earthdance“ mit Pusten und Schnipsen, Klatschen und Schenkelklopfen ein musikalisches Wettererlebnis durch die Stadthalle ziehen. Und als Zugabe hatte die Perkussionsabteilung mit Lukas Bohmacher, Fabian Huber und Moritz
Disse mit weihnachtlichen Hausgeräten vor der Pause für eine Überraschung gesorgt.
Zu begeistern wusste auch Elisabeth Wenger, die den Solopart im „Concertino Classico“ übernahm, der Sparke Komposition des Nachwuchsorchesters – und so an diesem Abend ein Doppelkonzert an der Querflöte gab. Nach der Pause spielte die Flötistin kurzerhand im Blasorchester weiter.

Worch eröffnete den zweiten Teil des festlichen Konzertes mit einer Komposition von Richard Strauss, der „Wiener Festmusik“, bevor der Klangkörper mit Bosgras „Marche Heroique“ seine Klangfülle imposant ausbreitete und einen innovativen Konzertmarsch intonierte. Zum Abschied hat Worch noch einmal alle Register gezogen.Worch wird Ehrendidrigent Zum Höhepunkt des Konzertabends wurde die angekündigte Uraufführung des „Trombone Concerto“ mit Solo-Cellist Theinert. Die beschwingte Melancholie des Cellos und die heitere Spielfreude des Blasorchesters unter der intensiven Leitung des Dirigenten gipfelte in einem temperamentvollen letzten Satz voller Leben und Samba-Rhythmen.

Auch die Musiker hatten ein Abschiedgeschenk für ihren Dirigenten: Präsident Hartmut Rackow und der BOS-Vorsitzende Markus Schönle ernannten Worch zum Ehrendirigenten. „Er hat sich immer für die Sache eingesetzt, zum Wohle des Vereins und zum Vergnügen der Zuhörer“, dankten die beiden dem Dirigenten, der das Orchester aus schwierigen Zeiten zu neuen Höhen geführt hatte. Und während draußen leise der Schnee rieselte, verabschiedete sich das Orchester mit Weihnachtsliedern als Zugabe vom Publikum.

Matthias Biehler

Südkurier vom 21.Dezember 2011

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