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Klangkultur in Perfektion
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Singen – „Ich weiß nicht recht, wie ich's anfangen soll Dir mit ruhigen Worten zu sagen, welche Wonne ich bei deinem Quintett habe! Mir ist das Herz ganz voll davon . .“, schrieb Clara Schumann 1862 an Johannes Brahms.
Daran hat sich, glaubt man dem frenetischen Applaus und den „Bravi“-Rufen auf der Musikinsel, gar nichts geändert. Einige glückliche Umstände kamen da zusammen: die längst etablierte und inzwischen hoch geschätzte Klavierlehrerin an der Singener Jugendmusikschule, Cristina Marton, ihre pianistische Erfahrung auf internationalem Parkett und ihre Kontakte zu hochkarätigen Musikern.
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Sie brachte das „Faust-Quartett“ nach Singen, ein junges Streichquartett, das nicht nur Preisträger des ARD-Wettbewerbs ist, sondern längst in Fachkreisen gefeiert wird wegen seiner außergewöhnlichen Klangkultur und Musizierfreude in höchster Perfektion.
Eines der bedeutendsten Kammermusikwerke des jungen Johannes Brahms (1833-1897), das Quintett f-moll, op. 34 für Klavier und Streichqua
rtett, besticht mit seinen monumentalen Themen gleich zu Beginn im 1. Satz. Kraftvoll und prägnant gestaltete Cristina Marton das monumentale Werk am wunderbaren Konzertflügel. Als atemberaubender Kontrast danach das As-Dur-Andante mit seinen empfindsamen Melodien. In welcher schier unwirklichen Zartheit die vier Streicher sich die Themen zuspielten! Der Gedanke, dass es sich beim Streichquartett um das perfekteste Musikinstrument handele, liegt beim Faust-Quartett absolut nahe . . .
Mit dem „Preußischen Quartett“ KV 590, eines der drei Kammermusikwerke, die Wolfgang Amadeus Mozart dem Musikliebhaber Friedrich Wilhelm II. nach einem Besuch in Potsdam gewidmet hat, wurde von den vier Musikern der Abend eröffnet. Faszinierend war vom ersten Moment an das kongeniale Zusammenspiel des Faust-Quartetts, das Mozarts letztes Streichquartett – ein Werk von größter Vollendung – hochkonzentriert spielte und das Publikum sofort in seinen Bann zog.
Besonders eindrucksvoll gelangen den Künstlern die „Acht Farben für Streichquartett“ des chinesischen Komponisten Tan Dun. Die Zuhörer folgten fasziniert, kein Husten unterbrach die Spannung im Walburgissaal.
Lang anhaltender Applaus mit einer rasanten Zugabe von der Pianistin, Cristina Marton, und dem Faust-Quartett: Wojciech Garbowski und Sidonie Riha (Violinen), Ada Meinich (Viola) und Birgit Böhme (Cello).
Südkurier
vom 29.November 2011
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