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Ovationen beim Studiokonzert auf der Musikinsel
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Im nahezu ausverkauften Walburgissaal fand das 3. Studiokonzert auf der Musikinsel statt.
Singen (sk) Das Klavierduo Yukiko Naito und Markus Stange spielte ein Programm mit französischen Werken des 20. Jahrhunderts an zwei Flügeln. Es gab in den vergangenen Jahren schon manche musikalische „Sternstunde“ auf der Musikinsel und jedes Mal scheint es den Kammermusik-Freunden, dass dieses, heute, wohl kaum zu überbieten sei... So auch am letzten Samstagabend. Wen wundert es, dass der Zuhörerkreis immer größer wird und dass inzwischen erstaunlich viele Musikfreunde von weither anreisen!
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Klavier-Professor Markus Stange (Karlsruhe) führte die Zuhörer vor dem Konzert ein in die musikalischen Zusammenhänge der Werke von Maurice Ravel, (1875-1932), Claude Debussy, (1862-1918) und Olivier Messiaen (1908-1992). Mit seiner Klavier-Partnerin, Yukiko Naito, eröffnete er den spannenden Abend mit einem farbenfrohen Feuerwerk, „Sites auriculaires“, des erst 20-jährigen Maurice Ravel.
Ihr Zusammenspiel an den wunderbar klangvollen Flügeln in der intimen Kammermusik-Atmosphäre des Walburgissaals kann man als absolut perfekt bezeichnen, ohne Verlust von Spontaneität. Ihr farbiges Spiel, hochkonzentriert und traumhaft sicher – das gesamte Programm des Abends spielten die beiden Künstler auswendig – vermittelte den gebannten Zuhörern eine Welt der impressionistischen Klangmalereien und raffinierten Rhythmen (inspiriert durch die Weltausstellung in Paris zur Jahrhundertwende). Claude Debussys „Trois Nocturnes“ (1899), ein 3-sätziges Orchesterwerk, von Maurice Ravel für 2 Klaviere eingerichtet, zeigte die Besonderheit der beiden Künstler, ihre raffinierte Pedaltechnik, die reiche Palette ihrer Klangfarben und ihr konzentriertes Zusammenspiel. Fast meinte man ein großes Orchester zu hören.
Im zweiten Teil des Abends hörten die Konzertbesucher das selten gespielte „Visions de l'Amen“ (1943) von Olivier Messiaen. Kurz nach seiner Rückkehr aus einem deutschen Kriegsgefangenenlager entstand im winterlichen Paris dieses ausdrucksstarke Werk voller Zahlensymbolik und thematisierter Hoffnung einer himmlischen Erlösungsgeschichte der Menschheit. Ein kraftvolles Glaubensbekenntnis eines genialen Klangschöpfers.
Die Zuhörer zeigten sich zutiefst beeindruckt von diesem fast magisch anmutenden Werk und vom ausdrucksstarken Spiel der beiden sympathischen Künstler Yukiko Naito und Markus Stange.
Mit einem hochkarätigen Programm französischer Klavierwerke des 20. Jahrhunderts haben diese wieder Maßstäbe gesetzt für die Studiokonzerte auf der Musikinsel. Minutenlangen, stehenden Applaus gab es am Ende der Veranstaltung.
A-M Finckh
Südkurier
vom 6.April 2011
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